Die besten Yoga Studios in Tel Aviv – meine Matten-Highlights

Yoga in Tel Aviv. Diese fabelhafte Stadt, die Lebensfreude pur ist und die schönsten Menschen (innen und außen) der Welt auf einem Fleckchen Erde zu vereinen scheint. Hier wollte ich natürlich die Matte rocken. Drei Studios in drei Tagen, so lautete die Mission. Hier gibt’s meinen Erlebnisbericht.

Yogastunden in fremden Ländern zu besuchen, hat für mich immer eine ganz besondere Magie. Man fühlt sich gleich verbunden. Schließlich macht es auf der Matte keinen Unterschied, wo du herkommst. Die Asana-Bezeichnungen sind auf der ganzen Welt gleich, so sprechen wir quasi alle eine Sprache. Gleichzeitig kommt man super schnell mit Leuten ins Gespräch und kann so den einer oder anderen Geheimtipp abstauben.

Also macht ich mich, kaum angekommen in Tel Aviv, natürlich auch gleich auf den Weg, um den besten Yogastudios der Stadt einen Besuch abzustatten.

Grundsätzlich gilt: Fast überall ist ein Drop-In, also ein spontanes Kommen ohne Anmeldung, möglich. Viele Klassen werden in Englisch gehalten – das aber sicherheitshalber vorher auf der Website checken, denn  Yoga auf Hebräisch dürfte zwar ein tolles Erlebnis, aber vielleicht weniger eine erfolgreiche Stunde hervorbringen. Tipp: Oft gibt es ein Touristen-Angebot, wenn man gleich mehrere Stunden in einem Studio kauft. Perfekt, wenn man mehrere Tage da ist und bei einer Yogalocation bleiben möchte.

Das Zentrale: Or Hayoga

Or Hayoga im Zentrum der Stadt

Nur ein paar Schritte vom Bugrashov Beach entfernt liegt das Or Hayoga Studio. Zwei große Kursräume und ein schöner Empfangs/Aufenthaltsraum

machen das Studio zum Wohlfühlort. Schon beim Betreten der Klasse merke ich den tollen Boden unter meinen Füßen: Dunkle Holzbalken, die noch eine deutliche Struktur haben, was Balance-Übungen herausfordernd macht, aber sich toll anfühlt. Gleiches gilt für die Blöcke, die hier auch aus echtem Holz und nicht aus Kork sind. Das Angebot ist groß: Ob Iyengar, Hatha, Asthanga, Vinyasa oder Vijnana – hier findet bestimmt jeder seine passende Stunde. Ich besuche für 80nis (ca. 18 Euro) die Vinyasa Flow Klasse von Carmit Levite. Die Schauspielerin unterrichtet hier regelmäßig und führt uns mit viel Spaß und toller Musik durch dynamische Flows. Was bei 38 Grad zwar eine gute, aber auch schweißtreibende Geschichte ist. Zum Glück gibt es eine funktionierende Klimaanlage.

Direkt am Meer: Ella Yoga

Ella Yoga in Tel Aviv

Jackie Logan ist die einzige unterrichtende Jivamukti-Lehrerin in Tel Aviv. Seit mehreren Jahren lebt die gebürtige Kanadierin mit ihrem Mann in der lebenslustigen Stadt. Ich habe eine ihrer Stunden im Ella Yoga besucht. Ein Studio mit Blick aufs Meer, direkt an der Hafenpromenade am nördlichen Ende des Stadtstrandes. Die drei Räume sind super schick und mit Iyengar-Schnürkonstruktionen versehen. Dafür bezahlt man hier auch den teuersten Preis: 85nis (knapp 20 Euro) und 10nis (ca. 2,30 Euro) für eine Leihmatte – allerdings von Jade Yoga aus Naturgummi. Wie für eine Jivamukti-Stunde

üblich, beginnt Jacki mit einem Chant (Gesang), in den wir einstimmen. Darauf folgt ein anspruchsvoller Flow, der uns ordentlich zum Schwitzen bringt (trotz Klimaanlage). Doch das gerät schnell in Vergessenheit, wenn man zu Bob Marley und Jackies liebevoller Singsang-Stimme durch das Vinyasa fließt. Tipp: Danach in der Umkleide den Bikini überschmeißen und ab an den Strand. Wenn man Glück hat, spielt eine Saxophon-Band auf der Dachterrasse des Hilton Hotels und man kann zu den sanften Klängen im warmen Sand relaxen.

Das Größte: Studio Naim

Das Naim Studio in Rothschild 4

Mit fünf Locations und über 300 Kursen pro Woche ist das Studio Naim das größte Yogastudio in Tel Aviv. Ich entscheide mich für die Power Vinyasa Stunde in Rothschild 4. Von außen erkennt man nicht wirklich, dass hier ein Yogastudio beheimatet ist. Nur ein Ministicker des Logos, eine rote herabschauende Katze, weist mir den Weg rechts am Haus vorbei zum Seiteneingang. Dort wiederum muss man wieder der roten Katze folgen und

kommt so in den Keller, wo sich ein L-förmiges, ziemlich geräumiges Studio befindet. Samuel Robinson, der auch die Stunde hält, empfängt mich hier. Zahlen muss ich erstmal nichts, das System spinnt. Ich soll meinen Namen und die Telefonnummer auf einen Zettel schreiben, man würde sich dann melden (auf den Anruf warte ich bis heute :)). Eigentlich kostet die Drop-In-Stunde hier aber 70nis (16 Euro), inklusive Matte.

Samuel hat eine 500-h-Teacherausbildung von Baptiste Yoga und feuert uns durch die zwar nicht dynamische, aber unglaublich präzise und dadurch seeehr anstrengende Stunde, die den Schweiß zum Laufen bringt. „Gut so“, meint Samuel. „So werden die Giftstoffe aus dem Körper geleitet.“ Am Ende der Stunde lässt er einen TED Talk von Brené Brown laufen, in dem es um Verletzlichkeit und die daraus erwachsene Stärke geht. Selten habe ich eine schönere Shavasana-Sequenz erlebt!