Yoga auf Koh Samui: Auszeit im Future Hippie Resort

Man lernt zwei Deutsche, die auf Koh Samui ein Yogaretreat anbieten, über Instagram kennen. Hat Kontakt über die sozialen Medien und entscheidet sich dann spontan, sie auf der thailändischen Insel zu besuchen.

Das kann der Beginn einer absoluten Horror-Geschichte sein – oder, wie in meinem Fall, richtig, richtig gut werden.

In dem Moment, als ich an einem Samstagmittag im August bei den FutureHippies ankomme, merke ich, dass hier etwas anders ist. Das liegt, neben der wunderschönen Kulisse direkt am Strand von Taling Ngam im Südwesten der Insel, vor allem an der Herzlichkeit der Resort-Besitzer Mika und Rayk und der tollen Energie, die sie hier kreieren. Von der ersten Sekunde an werde ich in die Gruppe aufgenommen und ganz selbstverständlich integriert. Und schon in der ersten Community Class wird klar, dass das hier tiefer gehen wird. Die anderen Yogaretreat-Gäste reden ganz frei von ihrer aktuellen Gefühlslage, Tränen und Lachen inklusive. Ich bin überrascht von so viel Offenheit. Und genau die führt dazu, dass auch ich mich gleich von oberflächlichem Gequatsche verabschiede und versuche mal wieder zu fühlen, wie es mir gerade wirklich geht.

Alles kann, nichts muss
Jeder kann hier genauso sein, wie er ist und wie er sich gerade fühlt. Montag bis Freitag werden zwei Yogaklassen pro Tag angeboten. Morgens energiegeladen mit Vinyasa oder Hatha, abends entspannend mit Yin oder Restorative. Dazu kommen Meditationen und die oben erwähnten Community Treffen. Zusätzlich kann man Reiki-, Thaimassage- und Coaching-Sessions buchen. Der Samstag startet nochmal mit einer Yoga-Klasse und nach dem Lunch kann dann bis Montagmorgen jeder seinen eigenen Plänen nachgehen. Wobei das generell der Fall ist. Nichts muss, alles kann. Jeder Gast kann entscheiden, ob und an was er teilnimmt. Mir hat der feste Tagesablauf geholfen, in den Flow zu kommen. Mal nicht darüber nachzudenken, was als nächstes ansteht. Mal nicht zu organisieren und zu planen. Und die Kontrolle abzugeben.

Und so finde ich mich am zweiten Tag nach dem Frühstück (bester Kaffee!) am türkisblauen Meer, das direkt vor dem Resort liegt, entlang schlendern. Ohne Uhr, ohne Handy. Ohne Stress, wann ich als nächstes wo sein muss. Ich laufe einfach so lange, wie es mir gefällt. Und wenn ich mir an einer der wenigen Strand-Bars um die Ecke eine frische Kokosnuss oder meinen geliebten Papaya-Salat gönnen will, dann mache ich das und genieße einfach nur den tollen Ausblick.

Vegan, no Alcohol
Wie oft hört man in Yogastunden, dass wir wieder ins Fühlen kommen sollen. Auf unseren Körper und unsere Emotionen hören sollen. Was mir zu Hause so oft nicht gelingt, geht hier ganz einfach. Mir hilft dabei auch das vegane Essen, das morgens und abends von Mika liebevoll zubereitet wird. Burger, Wraps, Pizza, Curry – sie findet für alles eine fleischlose Variante, die unglaublich gut schmeckt und mir meine Energie zurückgibt. Apropos: Im Resort gibt es kein Alkohol. Zwei Mal probiere ich ein Bier außerhalb der Hippie-Area und merke nach einem kurzen Push wie ich in ein Tal falle. Lust- und energielos entscheide ich, auch den Alkohol zukünftig aus meinem Leben zu streichen. Oder zumindest einen deutlich bewussteren Umgang damit zu pflegen.

Meditation, Night Market oder Shopping?
Wie gut mein Körper hier in Balance ist, zeigt mir auch mein Schlaf. Spätestens um neun, halb zehn geht’s ins gemütliche Bett in meiner Bambus-Hütte und ich wache jeden Morgen ohne Wecker um spätestens 6 Uhr auf. Perfekt, um vor der Yogastunde um 7:30 Uhr noch eine Meditation am ruhigen Strand oder unter dem gigantischen Banyan-Baum mitten im Retreat zu machen oder der eigenen Yoga-Praxis nachzugehen. Oder mit anderen Community-Mitgliedern einen Ausflug zu planen. Ein Besuch des Night Markets von Lamai (mit dem Taxi ca. 30 Minuten) bietet sich am Sonntagabend an. Noch nie habe ich so viele unbekannte Gerichte gesehen, die alle live zubereitet werden und einen köstlichen Duft verbreiten. Über Mika und Rayk kann man auch einen Roller leihen, mit dem man an einem Sonntag die Insel erkunden kann. Ich habe so einen Abstecher nach Fisherman‘s Village am Bophut Beach gemacht. Ein altes Fischerdörfchen mit tollen Sea-View-Restaurants und niedlichen Boutiquen. Aber natürlich auch mit jeder Menge Touristen-Trubel. Umso glücklicher war ich, wieder in die ruhige Hippie-Bubble zurückzukommen.

Ich weiß, es klingt wie die perfekte Auszeit. Und das war es! Nichts in diesen zwei Wochen hätte besser sein können – außer der doch ziemlich lange Flug (15 Stunden) mit Zwischenstopp in Bangkok. Aber auch den werde ich wieder in Kauf nehmen, wenn ich an Weihnachten wieder nach Koh Samui fliege, zurück in die Hippie-Welt!

Unbezahlte Werbung. Der Artikel wurde von mir selbst verfasst und entspricht meinen ganz persönlichen Eindrücken und Erlebnissen vor Ort.

Meine Lieblings-Yogastudios in Palma de Mallorca

Nichts macht mich glücklicher als eine gute Yogastunde

Mallorca fällt einem vielleicht nicht sofort ein, wenn man an Yoga denkt. Aber die mallorquinische Hauptstadt Palma hat in Sachen Yogastudios einiges zu bieten! Neben Yoga am Meer oder Morning Yoga Classes im Hotel gibt es auch ein reguläres Yoga-Angebot, das sich sehen lassen kann. An einem verlängerten Wochenende in Mai habe ich ein Yogastudio nach dem anderen probiert, hier sind meine Favoriten:

 

 

So sieht der Eingangsbereich vom Zunray Studio aus

Zunray Yoga
Francesca und Roeland haben in der Carrer de Sant Feliu 17 ein absolutes Yoga-Kleinod geschaffen. Wobei klein nicht stimmt. Mit über 100qm ist es das größte Yogastudio der Stadt. Und obwohl super zentral gelegen, scheint die hektische Stadtwelt außen vor, sobald man in die wunderschöne Gasse voller „Garagen“ eintaucht. Tatsächlich scheinen die Räume, die jetzt neben Yoga auch für Galerien und kleine Shops genutzt werden, früher einmal Garagen gewesen zu sein. Daran lässt im Zunray auf jeden Fall nichts mehr erinnern. Der dunkle Holzboden, die gemütliche Lichtinstallation und die imposante  Galerie (auf der sich die Umkleiden befinden) schaffen schon beim Eintreten ein Wohlgefühl. Die Lehrer sind top ausgebildet. Ich selbst durfte an einer Vinyasa Klasse von Joshua Marin-Hepfl teilnehmen, der gebürtig aus Kalifornien kommt und neben tänzerischen Flows besonderen Wert auf Ausrichtung legt. Alignment is key – und ich habe noch nie so sehr im herabschauenden Hund geschwitzt! Eine Drop-In-Class kostet hier 15€, das Ausleihen der Manduka-Matte laut Website 2€. Viele Klassen werden auf Englisch angeboten. Infos unter http://www.zunray.com/

 

Der Eingangsbereich zum Earth Yoga Studio in Santa Catalina

Earth Yoga
Schon auf dem Weg nach Mallorca wurde mir das Earth Yoga Studio empfohlen. Im hippen Viertel Santa Catalina liegt das Yogastudio in einer ruhigen Seitenstraße. Gleich beim Eintreten empfängt den Yogaschüler der helle Holzboden und die weiß getäfelten Wände. Traumfänger und Sprüche wie „be a free spirit“ oder „let your practice be a celebration of life” lassen Hippie-Feeling aufkommen, das verstärkt wird, sobald man den Yogaraum betritt. Eine Gitarre lehnt am Altar und lässt erahnen, dass Musik hier eine große Rolle spielt. So war es dann auch – zumindest beim Gentle Vinyasa Flow mit Emmeline, die die entspannte Stunde mit einem wundervollen Gesang beendete. An dieses Shavasana werde ich mich noch lange zurück erinnern! Eine Einzelstunde gibt’s hier für 15€, eine Leih-Matte gibt’s für 1€. Bis auf zwei Stunden pro Woche werden alle Klassen auf Englisch unterrichtet. Infos unter http://www.earthyoga.es/

Die Eingangstür von Espaioga Palma lädt zum Eintreten ein

Espaioga
Ich schlenderte abends durch die Straßen der Altstadt von Palma, als ich an diesem Yoga-Studio vorbeikam und mich die wunderschön beleuchtete Tür gleich anhalten ließ. Leider schaffte ich es in meiner Zeit in Palma de Mallorca nicht zu einer Stunde im Espaioga von Judit Sans und Joan Obrador, aber die Location und die Vibes im Inneren lassen mich dieses Studio empfehlen. In einer alten Brotfabrik (der Original-Ofen und die alte Teigmaschine stehen im Eingangsbereich) werden hier jeden Tag Vinyasa, Hatha, Yin und Yoga Nidra Stunden angeboten – allerdings ausschließlich auf Spanisch. Außerdem gibt es ein tolles Massage-Angebot und Events wie Yoga & Brunch im Cappuccino Grand Café. Eine Einzelstunde kostet 15€, mehr Infos gibt’s unter https://www.espaiogapalma.com/

Die Preise sind von mir recherchiert (Stand Mai 2019) und können sich ändern. Ich übernehme keine Garantie für die hier genannten Preise.

Yoga-Retreat „Sacred Journey“ in Oberammergau

Yogastudios in Nordholland – meine Tipps

Die besten Yoga Studios in Tel Aviv – meine Matten-Highlights

Yoga in Tel Aviv. Diese fabelhafte Stadt, die Lebensfreude pur ist und die schönsten Menschen (innen und außen) der Welt auf einem Fleckchen Erde zu vereinen scheint. Hier wollte ich natürlich die Matte rocken. Drei Studios in drei Tagen, so lautete die Mission. Hier gibt’s meinen Erlebnisbericht.

Yogastunden in fremden Ländern zu besuchen, hat für mich immer eine ganz besondere Magie. Man fühlt sich gleich verbunden. Schließlich macht es auf der Matte keinen Unterschied, wo du herkommst. Die Asana-Bezeichnungen sind auf der ganzen Welt gleich, so sprechen wir quasi alle eine Sprache. Gleichzeitig kommt man super schnell mit Leuten ins Gespräch und kann so den einer oder anderen Geheimtipp abstauben.

Also macht ich mich, kaum angekommen in Tel Aviv, natürlich auch gleich auf den Weg, um den besten Yogastudios der Stadt einen Besuch abzustatten.

Grundsätzlich gilt: Fast überall ist ein Drop-In, also ein spontanes Kommen ohne Anmeldung, möglich. Viele Klassen werden in Englisch gehalten – das aber sicherheitshalber vorher auf der Website checken, denn  Yoga auf Hebräisch dürfte zwar ein tolles Erlebnis, aber vielleicht weniger eine erfolgreiche Stunde hervorbringen. Tipp: Oft gibt es ein Touristen-Angebot, wenn man gleich mehrere Stunden in einem Studio kauft. Perfekt, wenn man mehrere Tage da ist und bei einer Yogalocation bleiben möchte.

Das Zentrale: Or Hayoga

Or Hayoga im Zentrum der Stadt

Nur ein paar Schritte vom Bugrashov Beach entfernt liegt das Or Hayoga Studio. Zwei große Kursräume und ein schöner Empfangs/Aufenthaltsraum

machen das Studio zum Wohlfühlort. Schon beim Betreten der Klasse merke ich den tollen Boden unter meinen Füßen: Dunkle Holzbalken, die noch eine deutliche Struktur haben, was Balance-Übungen herausfordernd macht, aber sich toll anfühlt. Gleiches gilt für die Blöcke, die hier auch aus echtem Holz und nicht aus Kork sind. Das Angebot ist groß: Ob Iyengar, Hatha, Asthanga, Vinyasa oder Vijnana – hier findet bestimmt jeder seine passende Stunde. Ich besuche für 80nis (ca. 18 Euro) die Vinyasa Flow Klasse von Carmit Levite. Die Schauspielerin unterrichtet hier regelmäßig und führt uns mit viel Spaß und toller Musik durch dynamische Flows. Was bei 38 Grad zwar eine gute, aber auch schweißtreibende Geschichte ist. Zum Glück gibt es eine funktionierende Klimaanlage.

Direkt am Meer: Ella Yoga

Ella Yoga in Tel Aviv

Jackie Logan ist die einzige unterrichtende Jivamukti-Lehrerin in Tel Aviv. Seit mehreren Jahren lebt die gebürtige Kanadierin mit ihrem Mann in der lebenslustigen Stadt. Ich habe eine ihrer Stunden im Ella Yoga besucht. Ein Studio mit Blick aufs Meer, direkt an der Hafenpromenade am nördlichen Ende des Stadtstrandes. Die drei Räume sind super schick und mit Iyengar-Schnürkonstruktionen versehen. Dafür bezahlt man hier auch den teuersten Preis: 85nis (knapp 20 Euro) und 10nis (ca. 2,30 Euro) für eine Leihmatte – allerdings von Jade Yoga aus Naturgummi. Wie für eine Jivamukti-Stunde

üblich, beginnt Jacki mit einem Chant (Gesang), in den wir einstimmen. Darauf folgt ein anspruchsvoller Flow, der uns ordentlich zum Schwitzen bringt (trotz Klimaanlage). Doch das gerät schnell in Vergessenheit, wenn man zu Bob Marley und Jackies liebevoller Singsang-Stimme durch das Vinyasa fließt. Tipp: Danach in der Umkleide den Bikini überschmeißen und ab an den Strand. Wenn man Glück hat, spielt eine Saxophon-Band auf der Dachterrasse des Hilton Hotels und man kann zu den sanften Klängen im warmen Sand relaxen.

Das Größte: Studio Naim

Das Naim Studio in Rothschild 4

Mit fünf Locations und über 300 Kursen pro Woche ist das Studio Naim das größte Yogastudio in Tel Aviv. Ich entscheide mich für die Power Vinyasa Stunde in Rothschild 4. Von außen erkennt man nicht wirklich, dass hier ein Yogastudio beheimatet ist. Nur ein Ministicker des Logos, eine rote herabschauende Katze, weist mir den Weg rechts am Haus vorbei zum Seiteneingang. Dort wiederum muss man wieder der roten Katze folgen und

kommt so in den Keller, wo sich ein L-förmiges, ziemlich geräumiges Studio befindet. Samuel Robinson, der auch die Stunde hält, empfängt mich hier. Zahlen muss ich erstmal nichts, das System spinnt. Ich soll meinen Namen und die Telefonnummer auf einen Zettel schreiben, man würde sich dann melden (auf den Anruf warte ich bis heute :)). Eigentlich kostet die Drop-In-Stunde hier aber 70nis (16 Euro), inklusive Matte.

Samuel hat eine 500-h-Teacherausbildung von Baptiste Yoga und feuert uns durch die zwar nicht dynamische, aber unglaublich präzise und dadurch seeehr anstrengende Stunde, die den Schweiß zum Laufen bringt. „Gut so“, meint Samuel. „So werden die Giftstoffe aus dem Körper geleitet.“ Am Ende der Stunde lässt er einen TED Talk von Brené Brown laufen, in dem es um Verletzlichkeit und die daraus erwachsene Stärke geht. Selten habe ich eine schönere Shavasana-Sequenz erlebt!

Wie Routinen mein Leben verändert haben

Be happy - mit meiner Morgenroutine aus der Ayurveda klappt das leichtRoutinen hören sich erstmal ziemlich langweilig an. Beamte haben Routinen, Murmeltiere haben Routinen. Aber ich doch nicht! Ich bin spontan, sprunghaft, wild. Heute hier, morgen da, dazwischen woanders.

Und genau deshalb war das Integrieren von Routinen in meinem Leben so wichtig. Denn Routinen verleihen Struktur und Sicherheit. Man kann sich auf sie verlassen, der Kopf kann zur Ruhe kommen. Mittlerweile weiß ich genau, was ich morgens früh wann erledige, wie viel Zeit ich mir für meine Morgen- und Abend-Routine einplanen sollte. Und warum mache ich das alles? Weil ich die positive Wirkung spüren konnte und niemals wieder missen will.

Der Ayurveda Tag startet um 5:45 Uhr
Wie sieht also ein typischer Start in den Morgen bei mir aus? Nach bestenfalls 8 Stunden Schlaf klingelt mein Wecker um kurz vor 6. Einerseits, um meine Morgenroutine in Ruhe unterzubringen, aber auch weil der Stoffwechsel um diese Zeit auf Hochtouren arbeitet. Laut der Ayurveda-Philosophie zählt die Zeit zwischen 2 und 6/7 Uhr morgens zum Dosha Vata und ist deshalb prädestiniert für Aktivität und Antrieb. Deshalb sollte man auch versuchen, bis 7 Uhr morgens zumindest eine Kleinigkeit zu essen. Denn danach ist Kapha-Zeit, was bedeutet, dass die Verdauung eher träge ist.

Ölziehen und Zungenschaben für die Morgenroutine
Mit Kokosöl und Zungenschaber starte ich in den Morgen

Zuerst Zungenschaben & Ölziehen
Ich starte also morgens um 5:45 Uhr mit Zungenschaben. Man kann hierzu auch einen Esslöffel verwenden, ich benutze einen Zungenschaber aus dem Drogeriemarkt. Mit diesem von hinten nach vorne über die Zunge reiben. So werden Bakterien, die sich in der Nacht abgesetzt haben, entfernt. Anschließend steht das Ölziehen auf dem Programm. Am Anfang eher gewöhnungsbedürftig, gehört es jetzt zu einem guten Start in den Morgen dazu. Ich nehme einen Teelöffel Kokosöl in den Mund und spüle dieses 5-10 Minuten im Mund hin und her, sauge es durch die Zähne. Zwischendurch immer wieder eine Pause einlegen, damit sich das Öl verteilen kann. Dann spucke ich das Öl in ein Taschentuch und schmeiße dieses in den Müll. Man sollte vermeiden, dass es in den Wasserkreislauf gelangt. Und wozu das alles? Auch das Ölziehen kommt aus dem Ayurveda und soll die Giftstoffe, die sich über Nacht im Mundraum angesammelt haben, binden und nach draußen befördern. Nachweislich hilft Ölziehen gegen Mundgeruch, Karies und sorgt für weißere Zähne. Auch das kann ich bestätigen 🙂

10 Minuten abgekochtes Wasser mit Ingwer
Heißes Wasser mit Ingwer ersetzt den Kaffee

Heißes Wasser ersetzt den Kaffee
Nach dem Ölziehen gründlich die Zähne putzen und erst dann dem Körper etwas zuführen. In meinem Fall ein Glas heißes, abgekochtes Wasser. Wer mag, packt noch eine Ingwerscheibe dazu – ich mag das Wasser am Morgen lieber pur. Das heiße Wasser regt die Verdauung an und sorgt wiederum dafür, dass die nächtlich angelagerten Giftstoffe aus dem Körper gespült werden. Für mich hat das Wasser noch einen positiven Nebeneffekt: Ich verzichte seitdem komplett auf Kaffee! Ohne Witz! Mir reicht das Wasser morgens, um den Kreislauf in Gang zu bringen und ich empfinde den Kaffeegeschmack seitdem als eher unangenehm.

Tägliche Meditation hilft mir beim Fokus-Setzen
Meditieren geht überall

Mit meinem Wasser geht’s dann auf die Yogamatte, wo ich erst einmal meditiere. Meist nicht länger als 10 Minuten, aber das genügt mir, um fokussierter und gelassener in den Tag zu starten. Wenn Du es mal ausprobieren willst, nimm dir am besten eine App (zum Beispiel „Headspace“ oder „Insight Timer„) zur Hilfe. Eine angeleitete Meditation ist gerade zu Beginn Deiner Praxis einfacher und auch ich greife heute immer mal wieder auf eine schöne Musik oder eine bestimmte Anleitung zurück. Danach startet meine Yoga-Praxis. Die Länge passe ich meiner zur Verfügung stehenden Zeit an. Es ist nicht wichtig, wie lang Du Yoga übst, sondern dass Du es überhaupt machst (vielleicht magst Du dir dazu meinen Artikel „Yoga every damn day“ durchlesen). Für mich gehört ein Handstand zur Morgen-Routine dazu. Durch die Umkehrhaltung wird der Kreislauf angeregt und ich kann mit einem Lächeln in den Tag starten.

Warmes Porridge mit Ayurveda Gewürzen
Warmes Porridge mit Ayurveda Gewürzen und Granatapfel-Kernen

Warmes Frühstück fürs Wohlfühlen
Dann geht’s ans Frühstück – was eigentlich immer aus warmen Porridge besteht. Auch ich dachte am Anfang: Wie langweilig! Aber mit Zutatenvariationen (Haferflocken, Amaranth, Quinoa, Leinsamen, Hanfsamen, Chiasamen, verschiedene Kerne),  Gewürzen (Ingwer, Vanille, Zimt, Kurkuma, Kardamom, Sternanis) und Toppings (Beeren, Apfel-Chutney, geraspelte Karotten) kann man hier unendlich variieren. In der ayurvedischen Ernährung ist es wichtig, die Gewürze zunächst mit Ghee oder Kokosöl (die vegane Version) anzubraten. Dann fügst du das Getreide hinzu und füllst das Ganze mit Pflanzenmilch auf. Während die leckere Mahlzeit vor sich hin köchelt, springe ich kurz unter die Dusche und mache mich fertig. Ich gönne mir dann ein, zwei Löffel von meinem warmen Haferbrei und verstaue den Rest in einem Thermobecher (ich habe einen von Esbit und kann ihn nur empfehlen). So kann ich das Porridge auf der Arbeit noch lauwarm genießen. Wichtig auch hier: Alles in Maßen. Im Ayurveda sagt man, dass die optimale Essensportion in eine Schale aus deinen beiden Händen passen sollte. Dass mit dem warmen Frühstück war auch für mich erstmal ungewohnt – aber heute möchte ich es nicht mehr anders machen. Es tut dem Körper so gut, die Energie nicht dazu zu gebrauchen, das Essen zu erhitzen, sondern zur Verdauung dessen.

Zugegeben, das hört sich jetzt alles ziemlich aufwändig an. Aber nach ein paar Wochen gehört es zum ganz normalen Aufstehen dazu. Ich gönne mir jeden Morgen etwa eineinhalb Stunden, um richtig in den Tag zu starten und meine Routinen zu integrieren. Natürlich ist das alles individuell adaptier- und auch in kürzerer Zeit machbar. Also probier es gerne aus! 

 

Warum ich seit 1. Dezember vegan lebe

Vegane Plätzchen mit Nussmuss und Ingwer

Viele Yogis leben vegan. Weil sie sich so besser fühlen, weil sie gut ohne tierische Produkte auskommen. Vor allem aber, weil sie alles andere nicht mit sich vereinbaren können.

In Patanjalis Yoga Sutra, DEM Yoga-Grundlagen-Text, wird in Kapitel 2.35 über die Yamas gesprochen. Die fünf Verhaltensempfehlungen, auf der die Yogi-Ethik aufbaut, die aber eigentlich für jeden auf dieser Welt gelten sollten. Der Vers beginnt mit Ahimsa. Das ist Sanskrit und bedeutet so viel wie Gewaltlosigkeit. Aber auch Liebe. Liebe für jedes Lebewesen auf dieser Erde. Die Akzeptanz dessen und die Abkehr von Gewalt und Schmerz.

Umso logischer erscheint es auch mir, mich vegan zu ernähren. Mit meiner Essgewohnheit niemandem Leid zuzuführen. In letzter Zeit tauchte dieser Gedanke immer häufiger in meinem Kopf auf. Der Anblick von Fleisch und Fisch löste immer häufiger ein Ekel-Gefühl aus. Durch den Podcast von Yoga Girl Rachel Brathen wurde ich auf James Aspey aufmerksam.

Mein Frühstück: Warmes Porridge mit Ayurveda-Gewürzen und Granatapfel-Kernen

Er ersetze Krebs, Drogen & Bulimie durch Veganismus, Surfen & Meditation
James ist ein 29-jähriger veganer Animal-Rights-Aktivist aus Australien, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Welt zu zeigen, dass wir auch ohne tierische Produkte auskommen können. Nach einer Leukämie-Diagnose im Alter von 17 Jahren folgten bei ihm eine Essstörung und Drogenabhängigkeit. James traf schließlich auf einen Inder, der ihm klarmachte, dass das Verspeisen von tierischen Produkten für schlechtes Karma im Körper sorgt. Er wagte einen 7-tägigen Test und fühlte sich großartig. Zuerst vegetarisch, dann vegan versucht James seither seine Stimme für eine Welt ohne Ausbeutung und Leid stark zu machen. Unter anderem mit der Challenge 22+.

22 Tage lang versucht man vegan zu leben – mithilfe von veganen Rezepten, einem Mentor, der einen bei Fragen unterstützt und einer Facebook-Community, die sich gegenseitig stärkt. Diese Challenge startete für mich am 1. Dezember. Ziel war der 22. Dezember. Extra vor Weihnachten, weil ich mir nicht sicher war, ob ich die Festtage vegan überstehen würde…

Veganer Glühwein: Auch die Weihnachtszeit kann man wunderbar fleischlos überstehen.

Spontane Weihnachtsmarkt-Besuche werden zur Herausforderung
Meine Mentorin Emma versorgte mich am Anfang gleich mit einer Einkaufsliste und fragte besondere Herausforderungen ab. Schnell wurde mir klar: Wer vegan leben möchte, muss sein Essen planen beziehungsweise für alle Eventualitäten mit Selbstgekochtem gewappnet sein. Am Anfang fand ich genau das mühsam. Ständiges Vorkochen und Vorplanen für die Woche erschienen mir umständlich. Spontane Besuche auf dem Weihnachtsmarkt endeten anfangs oft mit Hunger, denn auch wenn es an vielen Ständen mittlerweile veganen Glühwein gibt (nein, Wein ist nicht immer vegan. Oftmals wird er durch Gelatine, Casein, Hühnereieiweiß oder Fischbestandteile geklärt), veganes Essen sucht man fernab der Tollwood oder dem Märchenbazaar (alternative Weihnachtsmärkte in München) vergeblich.

Doch ich lernte dazu. Am Wochenende gebackene vegane Plätzchen oder Bananenbrot kann man wunderbar in der Handtasche verstauen und hat so jederzeit etwas Essbares griffbereit. Nüsse und Datteln gehören seit dem 1. Dezember ebenfalls zu meiner Notfall-Versorgung.

Und obwohl ich die Vorweihnachtszeit gut überstand, bereitete mir das Weihnachtsfest immer noch Kopfzerbrechen. Denn auch nach dem 22. Dezember stand für mich fest: Ich würde weiterhin vegan leben. Mir fehlte nichts. Ehrlicherweise kann ich nicht von großartigen Transformationen berichten – dafür lebte ich vermutlich auch vor dem 1. Dezember zu fleischlos. Aber auch wenn auf der Waage kein Trend nach unten zu verzeichnen war, mein Gewissen fühlte sich leider an. Und immer noch stand Weihnachten bevor…

Vorbereitung ist alles!
Ein 4-Gänge-Menü am 24. Dezember, Raclette am 25. Dezember, ein Brunch am 26. Dezember. Vorsichtig kündigte ich im Vorfeld meine neue Ernährung an. Nach der ersten Reaktion (entweder aufgeregtes Lachen oder zweifelndes Staunen) wollten die meisten mehr wissen. Nicht zum ersten Mal musste ich aufklären, dass weder Butter noch Eierspeisen in einem veganen Ernährungsplan vorgesehen sind. Ich versicherte, dass sie bei der Essensplanung keine Rücksicht auf mich nehmen müssten, sondern dass ich selbst für veganen Ersatz sorgen würde.

Und so verbrachte ich den 23. Dezember mit meiner Mutter in der Küche und bereitete einen veganen Dip, vegane Pizzastangen, Plätzchen ohne tierische Produkte und veganes Bananenbrot vor. Zudem fragten wir uns im heimischen Supermarkt zum veganen Sortiment durch und versorgten uns mit veganem Käse und veganem Rotwein.

Veganes Schokomousse aus Avocado, Banane und Kakaopulver

Um es kurz zu machen: Ich habe Weihnachten hervorragend überstanden. Habe gut und viel gegessen, vegane Beilagen mit meinen vorbereiteten Speisen kombiniert und nicht einen Moment das Gefühl gehabt, etwas zu verpassen.

Vegan hört nicht beim Essen auf
Deshalb steht für mich fest: Ich werde mich weiter vegan ernähren. Ob das für immer so bleiben wird, weiß ich nicht. Auch meine 15-jährige Vegetarier-Phase fand mit 30 Jahren plötzlich ein Ende. Doch geht es hier um so viel mehr als den Geschmack. Wie kann ich auf der Matte von liebevoller Güte sprechen und fernab genau das mit meinem Speiseplan missachten? Und nicht nur mit meiner Ernährung: Tierische Kleidungsstücke oder Kosmetik und Medikamente, die an Tieren getestet werden, sind genauso unnötig wie tierische Essensprodukte. Mein Vorhaben für 2018 steht damit: Ich möchte versuchen, ein veganes Leben in allen Bereichen umzusetzen. Das wird nicht immer leicht sein, aber wer wäre ich, wenn ich es nicht versuchen würde?

Update am 13. Mai 2018: Ich esse  wieder tierische Produkte. Mein Körper hat gerade einfach große Lust danach – und der möchte ich nachgeben. Das zu tun, wonach man sich gerade fühlt. Auf den Körper und den Geist zu hören. Auch das ist Yoga.

 

Mein erstes Yoga Retreat

Yoga every damn day: Wie ich mich zur täglichen Praxis motiviere

Egal wie lang: Versuche täglich Deinen Weg auf die Matte zu finden.

Zuerst einmal muss klar sein, dass es keine vorgeschriebene Zeit für eine Yogapraxis gibt. Ob 5 oder 50 Minuten – jede einzelne Sekunde ist besser als den Weg zur Matte nicht zu machen. Und das Gute an Yoga ist doch (neben vielem anderen), dass man es überall machen kann. Auf dem Wohnzimmerboden, im Flieger, in der Mittagspause  im Büro oder im Hotelzimmer. Eine Matte ist perfekt, muss aber auch nicht immer sein. Wir brauchen nur uns und einen (wenn auch kurzen) Moment der Ruhe.

Zur Ruhe kommen, den Blick nach innen wenden. Für eine Mini-Meditation ist immer Zeit.

Ich selbst liebe es, mit Yoga in den Tag zu starten. Und hier bin ich flexibel. Ich entscheide jeden Morgen neu, wie viel Zeit ich Yoga heute einräumen möchte. Das nimmt ein bisschen von dem „Du musst aber heute noch eine Stunde Yoga machen“-Druck. Habe ich vielleicht eine halbe Stunde länger geschlafen? Super, dann habe ich auf jeden Fall aber noch Zeit für einen knackigen 15-Minuten-Flow oder ein paar Sonnengrüße. Wenn ich morgens mal frühzeitig wach werde (eher selten der Fall) oder am Wochenende, wenn Zeit ist, gönne ich mir eine ausgiebige Praxis mit Meditation, Pranayama, Warm-Up und ausgiebigem Savasana.

Abends nach der Arbeit kann ich mich selten zum Alleine-Üben aufraffen. Dann ist eine öffentliche Stunde in einem der vielen Yoga-Studios das Beste für mich. Oder ich treffe mich mit ein paar Freunden und wir rollen gemeinsam die Matte aus. Zuletzt habe ich Yoga Nidra vor dem Schlafengehen für mich entdeckt. Als geführte Einheit per Podcast oder Online-Video. Nidra bedeutet Schlaf. Gemeint ist hier eine Tiefenentspannung, die bei klarem Bewusstsein einen psychischen Schlaf  herbeiführt. Und mithilfe dieser Technik kann man dann wunderbar in den echten Schlaf gleiten.

Für Yoga findet man in der kleinsten Wohnung Platz.

Warum motiviere ich mich, täglich die Matte auszurollen? Natürlich merkt auch mein Körper die Vorteile der beständigen Routine. Aber der wahre Grund ist psychischer Natur: Ohne Yoga fühle ich mich unausgeglichen, reizbar, unruhig. Das ist unangenehm für mich und meine Umwelt. Und doch so leicht änderbar: 21 Tage, sagt man, braucht der Körper, um sich umzugewöhnen. Also gerade mal drei Wochen musst du durchhalten, bis dein Kopf dir von ganz alleine sagt: „Mach Yoga, so wird jeder Tag ein bisschen schöner.“

Wie geht’s euch mit der täglichen Yoga-Praxis? Was ist eure Motivationshilfe? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

Let it go: Die Kunst des Loslassens

Yoga übt das Innehalten und Loslassen

Warum fällt es uns so schwer loszulassen? Wir halten uns fest, weil es uns Sicherheit verleiht. Trügerische Sicherheit, denn das einzige, was Festhalten bewirkt, ist Stillstand. Und wir wollen uns doch weiterentwickeln. Neues erleben, mutig sein. Dafür müssen wir loslassen und dem eigenen Vermögen vertrauen mit ungewohnten Situationen umgehen zu können und sie zu meistern.

Nimm es an, so wie es ist!
Go with the Flow – mein Motto. Bedeutet mit dem Fluss zu gehen. Aber auch zu wissen, dass man das Fließen nicht aufhalten kann. Egal, wie stark man sich dem Fluss entgegen stemmt, man wird die Strömung nicht aufhalten. Und das bedeutet nicht, sich allem wehrlos zu ergeben. Aber eben es genau so anzunehmen, wie es kommt und sich darauf einzulassen. Das Leben ist unberechenbar – mal grandios, manchmal dramatisch. Aber immer echt!

Alles ist schon genau so da, wie es sein soll
Das Lernen wir im Yoga. Nirgendwo sonst gelingt es mir, alles loszulassen und einfach nur zu sein. Mich auf mich zu konzentrieren und so anzunehmen, wie ich bin. Denn so wie wir sind, ist das schon ganz gut und eigentlich ist alles schon genau so da, wie es sein soll. Aber selbst als Yogi muss man sich das immer wieder vor Augen führen. So leicht sind wir wieder in unserem täglichen Trott aus festen Abläufen, Abhaken, Erledigen, Festhalten gefangen. Aber es hilft dann, sich immer wieder an diesen Moment zu erinnern, als man einfach losgelassen hat – und wie angenehm das Gefühl war.

„In Savasana passiert alles, was in Savasana passieren soll“, habe ich kürzlich in einer Yogastunde gehört. Und dieses Gefühl, es macht so unglaublich frei. Man muss nichts dazu tun, einfach nur geschehen lassen. Let it go… und genau in dem Moment passiert so unglaublich viel. Probiert es aus!